Wolfsmond bis Kältemond: Die Vollmondnamen im Jahreslauf
Wolfsmond, Erntemond, Kältemond: Jeder Vollmond im Jahr trägt einen Namen. Woher sie stammen, was dahintersteckt und wie du sie für dich nutzen kannst.
13.08.2026 · 4 Min. Lesezeit

Wenn der Vollmond über den Dächern aufgeht, hat er in vielen Kalendern und Apps einen Namen: Wolfsmond, Erdbeermond, Jägermond. Diese Bezeichnungen klingen alt und geheimnisvoll, und manche sind es auch. Andere wurden erst in den letzten Jahrzehnten populär, oft aus dem Englischen übernommen.
In diesem Artikel bekommst du einen Überblick über die gängigen Namen, ihre Herkunft und das, was am Himmel tatsächlich passiert. So kannst du jeden Vollmond im Jahr bewusster wahrnehmen.
Was ein Vollmond astronomisch ist
Vollmond ist, wenn Sonne, Erde und Mond ungefähr auf einer Linie stehen und der Mond der Sonne gegenüberliegt. Wir sehen dann seine ganze beleuchtete Seite. Deshalb geht der Vollmond ungefähr dann auf, wenn die Sonne untergeht, und steht um Mitternacht am höchsten.
Von einem Vollmond zum nächsten vergehen im Mittel etwa 29,5 Tage. Zwölf solcher Zyklen sind kürzer als ein Kalenderjahr. Darum gibt es in manchen Jahren dreizehn Vollmonde. Fällt ein zweiter Vollmond in denselben Kalendermonat, wird er heute oft „Blue Moon“ genannt.
Woher die Namen kommen
Die Vollmondnamen haben mehrere Wurzeln:
- Nordamerikanische Überlieferungen, die über Bauernkalender bekannt wurden und heute weltweit verbreitet sind
- Alte deutsche Monatsnamen wie Hartung, Hornung, Lenzing oder Nebelung
- Bäuerliche und kirchliche Traditionen Europas, die sich an Wetter, Ernte und Festen orientierten
Es gibt also nicht die eine richtige Liste. Regional und je nach Quelle weichen die Namen voneinander ab. Das ist kein Fehler, sondern zeigt, wie eng Menschen den Mond mit ihrem eigenen Alltag verknüpft haben.
Die Namen von Januar bis Dezember
Eine häufig verwendete Zuordnung sieht so aus:
- Januar: Wolfsmond, weil in der kalten, dunklen Zeit das Heulen der Wölfe gut zu hören war
- Februar: Schneemond oder Hornung
- März: Wurmmond oder Lenzmond, wenn der Boden auftaut
- April: Ostermond oder Rosa Mond, nach frühen Blüten
- Mai: Blumenmond oder Wonnemond
- Juni: Erdbeermond oder Rosenmond
- Juli: Heumond oder Donnermond
- August: Erntemond, Störmond oder Getreidemond
- September: Herbstmond oder ebenfalls Erntemond
- Oktober: Jägermond, weil nach der Ernte die Jagdzeit begann
- November: Nebelmond oder Bibermond
- Dezember: Kältemond oder Julmond
Beim Erntemond gibt es eine schöne astronomische Besonderheit: Rund um die Herbst-Tagundnachtgleiche geht der Mond in unseren Breiten an mehreren Abenden hintereinander nur mit geringer Verspätung auf. Früher bedeutete das zusätzliches Licht für die Arbeit auf den Feldern.
Was du am Himmel wirklich siehst
Der Vollmond wirkt kurz nach dem Aufgang am Horizont oft riesig und manchmal orange. Die Farbe ist echt: Sein Licht legt einen langen Weg durch die Atmosphäre zurück, dabei wird vor allem der blaue Anteil gestreut. Die Grösse dagegen ist eine Wahrnehmungstäuschung. Gemessen ist der Mond am Horizont nicht grösser als hoch am Himmel.
Etwas grösser erscheint er tatsächlich, wenn Vollmond und erdnaher Bahnpunkt zusammenfallen. Das wird gern Supermond genannt. Der Unterschied ist messbar, mit blossem Auge aber kaum zu erkennen.
Die symbolische Ebene
In der astrologischen Tradition gilt der Vollmond als Moment der Fülle und Sichtbarkeit: Was in den Wochen davor begonnen hat, zeigt sich nun. Viele Menschen nutzen ihn deshalb als Anlass für einen kurzen Rückblick. Das ist eine Deutung, keine naturwissenschaftliche Aussage, kann aber ein hilfreicher Rhythmus sein.
Die Vollmondnamen passen gut dazu. Sie erinnern daran, was in der jeweiligen Jahreszeit draussen geschieht, und holen die Natur ein Stück zurück in einen Alltag, der oft nur noch zwischen Bildschirmen stattfindet.
Dein Impuls für den nächsten Vollmond
Schau nach, wann der nächste Vollmond ist, und trag ihn mit seinem Namen in deinen Kalender ein. Am Abend selbst:
- Geh zur Zeit des Mondaufgangs kurz nach draussen und beobachte, wie er sich über den Horizont hebt
- Notiere drei Dinge, die sich seit dem letzten Vollmond entwickelt haben
- Überleg dir, was der Name dieses Mondes mit deinem Leben gerade zu tun haben könnte
So wird aus einem Datum ein kleines Ritual, das dich durch das ganze Jahr begleitet.
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