Orion und die Wintersternbilder: Ein Himmel zum Wiedererkennen
Drei Sterne in einer Reihe genügen: Mit dem Gürtel des Orion findest du dich am Winterhimmel zurecht und entdeckst Sirius, die Plejaden und das Wintersechseck.
23.08.2026 · 3 Min. Lesezeit

Der Winter hat den prächtigsten Sternenhimmel des Jahres. Die Nächte sind lang, die Luft ist oft klar, und gleich mehrere sehr helle Sterne stehen nah beieinander. Im Mittelpunkt steht ein Sternbild, das auch Einsteigerinnen und Einsteiger sofort erkennen: Orion, der Himmelsjäger.
Wenn du ihn einmal gefunden hast, wird er dir jeden Winter wieder begegnen, wie ein alter Bekannter. Und von ihm aus erschliesst sich der ganze Winterhimmel.
So findest du Orion
Schau an einem klaren Abend im Dezember, Januar oder Februar nach Süden. Suche drei gleich helle Sterne, die in einer fast geraden, kurzen Linie stehen. Das ist der Gürtel des Orion. Ihre Namen lauten Alnitak, Alnilam und Mintaka.
Um den Gürtel herum bilden vier helle Sterne ein grosses Viereck:
- Oben links, von dir aus gesehen, leuchtet Beteigeuze deutlich rötlich
- Unten rechts strahlt Rigel bläulich-weiss
- Die beiden anderen Ecken sind etwas schwächer
Der Farbunterschied zwischen Beteigeuze und Rigel ist mit blossem Auge sichtbar. Er zeigt, dass Sterne unterschiedlich heiss sind: Rote Sterne sind an der Oberfläche kühler, bläuliche heisser.
Was in Orion steckt
Beteigeuze ist ein roter Überriese, ein Stern in einem späten Lebensabschnitt. Um 2019 und 2020 wurde er auffällig dunkler, was weltweit für Aufsehen sorgte. Nach heutigem Verständnis spielte dabei vor allem ausgestossener Staub eine Rolle. Irgendwann wird Beteigeuze als Supernova enden, doch wann das geschieht, lässt sich nicht vorhersagen.
Unterhalb des Gürtels hängt eine kleine Kette schwächerer Sterne, das Schwert des Orion. Mitten darin liegt ein leicht verwaschener Fleck: der Orionnebel, eine riesige Wolke aus Gas und Staub, in der neue Sterne entstehen. Mit einem Fernglas wird er deutlich sichtbar.
Vom Gürtel zu den Nachbarn
Der Gürtel ist ein praktischer Wegweiser:
- Verlängerst du ihn nach links unten, stösst du auf Sirius im Grossen Hund, den hellsten Stern am Nachthimmel
- Verlängerst du ihn nach rechts oben, erreichst du den orangen Aldebaran im Stier
- Ein Stück weiter in dieser Richtung liegt ein kleines, funkelndes Sternhäufchen: die Plejaden, auch Siebengestirn genannt
Zusammen mit Prokyon im Kleinen Hund, Pollux in den Zwillingen und Kapella im Fuhrmann bilden Sirius, Rigel und Aldebaran das sogenannte Wintersechseck. Es ist kein offizielles Sternbild, sondern eine Merkhilfe, die einen grossen Teil des Winterhimmels umspannt.
Sternbilder und Tierkreiszeichen
Orion selbst gehört nicht zum Tierkreis. Seine Nachbarn Stier und Zwillinge dagegen schon. Hier lohnt sich eine Unterscheidung: Die astronomischen Sternbilder sind Himmelsbereiche mit festen Grenzen. Die astrologischen Tierkreiszeichen sind gleich grosse Abschnitte von je 30 Grad, die im westlichen System am Frühlingspunkt beginnen. Weil sich die Richtung der Erdachse über Jahrtausende langsam verändert, stimmen Zeichen und gleichnamige Sternbilder heute nicht mehr überein.
In der Mythologie ist Orion ein grosser Jäger. Eine bekannte Erzählung verbindet ihn mit dem Skorpion: Die beiden stehen am Himmel so, dass nie beide gleichzeitig hoch am Himmel zu sehen sind. Orion gehört zum Winter, der Skorpion zum Sommer.
Dein Impuls für einen Winterabend
Plane an einem klaren Abend 15 Minuten Himmelsschau ein:
- Zieh dich warm an und such einen Ort, an dem dich keine Lampe blendet
- Finde zuerst die drei Gürtelsterne, dann Beteigeuze und Rigel
- Folge dem Gürtel zu Sirius und in die andere Richtung zu den Plejaden
- Wenn du ein Fernglas hast, richte es auf das Schwert und den Orionnebel
Wiederhole das ein paar Wochen später. Du wirst merken, dass Orion zur gleichen Uhrzeit weiter nach Westen gewandert ist. So erlebst du den Lauf des Jahres direkt am Himmel.
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